Herabkommendes, Aufquellendes

2026

für Ensemble

Dieses Werk ist ein Auftragswerk des Sächsischen Musikrates und entstand für das Landesjugendensemble Neueste Musik Sachsen.


Die Besetzung stand nicht fest, und das Stück sollte von Kindern gespielt werden. Ein Kompositionsauftrag unter diesen beiden Voraussetzungen war für mich schwierig. Wie sollte ich konkret komponieren, wenn nicht einmal die Instrumente feststanden?

Während ich darüber nachdachte, fiel mir etwas ein. Beim Komponieren höre ich oft einen bestimmten Klang in meinem Kopf – keinen Instrumentalklang, keine menschliche Stimme und keinen Sinuston. Einen irgendwie neutralen Klang, als wäre er noch vor dem Instrument und vor der Stimme. Schon früher habe ich diesen Klang als Ausgangspunkt genommen. Ich empfinde ihn weniger als einen Klang, den ich selbst hervorbringe, sondern eher als einen, der von etwas anderem auszugehen scheint.
Als würde ich an der tiefsten Stelle meines Inneren diesen Klang aufnehmen und gemeinsam mit ihm die Töne auswählen – so ein Gefühl. Bei diesem Stück beschloss ich, mich von diesem Klang leiten zu lassen.

Während der Arbeit verbanden sich wie von selbst das Heilige in mir und die Unschuld und das Heilige der Kinder, die dieses Stück spielen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich davon etwas in der Musik widerspiegeln würde.

Der Titel »Aufquellen« steht für das, was aus dem eigenen Inneren aufsteigt und anschwillt. Das selbstlose »Herabkommende« von oben und die unaufhaltsamen, »aufquellenden« Regungen eines einzelnen Menschen. Ich wollte dem, was sich in meinem Innersten ereignet, seinen Namen geben.

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