2014
für Streichquartett
Als ich dieses Stück schrieb, interessierte mich die Frage, wie sich eine „flächige Musik“ schreiben lässt – eine Musik, die weder auf der vertikalen Struktur der Harmonik noch auf der Unabhängigkeit der Linien im Kontrapunkt beruht. Deshalb stellte ich den Gedanken der Heterophonie in den Mittelpunkt: Linien, die einander kreuzen und sich dabei zu einem einzigen Faden verzwirnen.
Ein Streichquartett eignet sich für diese Idee der Fläche gut, weil die Klangfarben einheitlich sind. Auch die Spieltechnik „Spazzolato“ (bei der der Bogen wie ein Besen über die Saite streicht), die im größten Teil des Stückes verwendet wird, verstärkt diese Gleichmäßigkeit.
Während sich feine Tonhöhenveränderungen und rhythmische Verschiebungen ineinander verweben, gehen das Gleichgewicht und das Zeitgefühl verloren, und man wird vom Klang verschluckt.